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Von der Stadtbücherei zur Bibliothek Monheim am Rhein gGmbH

Im Jahre 1901 wurde unter dem damaligen Bürgermeister Krischer eine Volksbücherei gegründet. Damit ist die Bibliothek die älteste kommunale Kultureinrichtung. Sie war vermutlich in einer Schule untergebracht und wurde von einem Lehrer nebenberuflich verwaltet.

Die räumliche Unterbringung ließ lange Jahre zu wünschen übrig. 1937 belief sich der Buchbestand auf immerhin 3047 Bände – mit den Schwerpunkten Erbauungsliteratur, Weltanschauung und Kriegsgeschichte. 1939 wurden dann auch in Baumberg und Hitdorf (damals noch zu Monheim gehörig) Volksbibliotheken gegründet. In den Kriegsjahren wurden die Büchereien nur behelfsmäßig verwaltet und waren eher unbedeutend. Erst am 1. April 1949 konnten in den drei Gemeinden des damaligen Amtes Monheim wieder regelmäßig Bücher ausgeliehen werden.

Bild: Von 1958 bis 1974 war die Bücherei im Gebäude Krischerstraße 35 untergebracht, das zugleich als Jugendheim diente. Die Aufnahme entstand im Mai 1967. (Foto: Karl-Heinz Pohlmann / Stadtarchiv)

Bild: Von 1958 bis 1974 war die Bücherei im Gebäude Krischerstraße 35 untergebracht, das zugleich als Jugendheim diente. Die Aufnahme entstand im Mai 1967. (Foto: Karl-Heinz Pohlmann / Stadtarchiv)

Die Bibliothek hatte inzwischen in der Schule an der Lottenstraße ein neues Domizil gefunden. Aus alten Statistiken ist erkennbar, dass zumindest in Monheim jeder dritte Einwohner Benutzer der Bücherei war. Das Jahr 1958 bedeutete einen neuen Abschnitt in der Büchereigeschichte. Die Einrichtung siedelte ins Jugendheim an der Krischerstraße um und stellte die Ausleihe auf den kundenfreundlichen Freihandbetrieb um. Gleichzeitig stieg der Buchbestand an. Von 1967 bis 1970 verdreifachte er sich.

In der Zwischenzeit (1968) hatte auch die Bücherei in Baumberg eine neue Unterkunft an der Fröbelstraße gefunden. Die Lage war zentral und die Nachbarschaft zu einem Lebensmittelmarkt brachte viele neue Benutzer. Am 1. Oktober 1970 wurde wegen der immer größer werdenden Aufgaben erstmals eine hauptamtliche Leitung eingesetzt. Elisabeth Schumacher bekleidete dieses Amt bis zum 30. Juni 1997; ihr folgte Martin Führer als Bibliotheksleiter.

In den 1970er-Jahren stieg die Einwohnerzahl Monheims stetig an; viele junge Familien mit Kindern ließen sich in Monheim nieder. In der aufstrebenden Stadt entstand wiederum der Bedarf für eine größere Unterkunft. Am 7. Dezember 1974 bezog die Bücherei attraktive Räumlichkeiten im Bildungs- und Kulturzentrum (Tempelhofer Straße 13). Nach anderthalbjähriger Eingemeindung nach Düsseldorf erfolgte 1976 die erneute Selbstständigkeit Monheims und damit auch der Bücherei. (Angaben nach: Fritz Hinrichs, Monheimer Kulturbilder, 1971)

Am 26. August 1996 bezog die Zweigstelle der Bücherei in Baumberg neue Räume im Erdgeschoss der Geschwister-Scholl-Schule und erfuhr nicht zuletzt durch die Nachbarschaft des Einkaufszentrums Holzweg eine neue Belebung, wurde jedoch am 30. Mai 2005 aufgrund der angespannten städtischen Finanzlage geschlossen.

Am 7. Februar 2008 beschloss der Rat, die Bücherei ab 1. März nicht mehr in städtischer Regie zu führen, sondern umzuwandeln in die „Bibliothek Monheim am Rhein gemeinnützige Gesellschaft mbh“. An der Gesellschaft wird die Stadt mit sechzig Prozent beteiligt und die EKZ Bibliotheksservice GmbH (Reutlingen) mit vierzig Prozent. Geschäftsführer der Gesellschaft wird der bisherige Büchereileiter Martin Führer.

Die Grundsatzentscheidung für eine neue Trägerschaft hatte der Rat schon im Rahmen des Haushaltssicherungskonzepts im September 2006 getroffen. Der jährliche Fehlbetrag der Bücherei von mehr als 300.000 Euro soll künftig nicht mehr aus dem städtischen Haushalt, sondern aus Mitteln der Stiftung Monheim der Stadtsparkasse Düsseldorf gedeckt werden.

Der Medienbestand der Monheimer Bücherei hat sich mittlerweile bei über 45.000 eingependelt. Die Bücherei versteht sich heute als kulturelles Medienzentrum für Freizeit und Information.


 
 
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